Welpenspielgruppe – Nützlich oder schädlich

Aktualisiert: Jan 20

Wenn ein Welpe einzieht, ist die Freude gross. Als pflichtbewusster Welpenbesitzer kümmert man sich rechtzeitig um einen geeigneten Welpenkurs und wird ganz schnell zahlreiche Welpengruppenkurse oder sogar Welpenspielgruppen finden.


Sozialisierung ist wichtig, da sind wir uns einig. Die Sozialisierungsphase dauert bis zur 12. Lebenswoche. Dazu gehört auch der Umgang mit Artgenossen. Das Credo sollte jedoch für Welpenbesitzer lauten: Lieber keinen Kontakt mit Artgenossen als den falschen. Dieses Video zeigt eindrücklich, wie «Sozialisierung» auf der Spielwiese in die Hose gehen kann und die Hunde massgeblich negativ von solchen Aktionen prägt werden:




Die braune Hündin, welche am Anfang gezeigt wird, fühlt sich offensichtlich stark bedrängt und sucht aktiv Hilfe bei Frauchen. Was die Hündin jetzt lernt, da Frauchen nicht eingreift und seelenruhig sitzen bleibt, ist, dass sie sich selbst um alles kümmern muss. Vertrauen und Sicherheit, welches elementare Elemente für eine nachhaltige Mensch-Hund-Bindung sind, findet die Hündin bei ihrem Menschen nicht und das prägt sie für die Zukunft. Die Konsequenz davon kann beispielsweise sein, dass die Hündin sich an der Leine jedes Mal aufregt und vielleicht sogar Leinenaggresion zeigt, sobald ein anderer Hund auf der Bildfläche erscheint. Denn sie hat gelernt: Ich bin selbst für meine Sicherheit verantwortlich, Frauchen tut ja sowieso nichts, um mir zu helfen.


Der Husky, der im Video anscheinend ein spielerisches Wettrennen veranstaltet, jagt den Terrier in Tat und Wahrheit. Auch hier greift der Besitzer nicht ein, um dieses Verhalten zu unterbinden. Das Motto scheint zu sein: Die regeln das unter sich. Mitunter einer der allerdümmsten Sprüche, der aus dem Mund eines Hundehalters kommen kann. Der Halter des Huskys sollte sich nicht wundern, wenn das Jagen eine grosse Leidenschaft seines Hundes wird. Wenn es das nicht schon ist.


Als Welpenbesitzer wollen wir, dass unser Welpe auf uns hört. Wir kontrollieren ihn den ganzen Tag und das ganze Leben unseres Welpen wird durch uns geregelt. Nur dann, wenn es wirklich darauf ankommt, dann sind wir nicht zur Stelle und überlassen ihn in seiner Unerfahrenheit anderen, oft uns auch noch unbekannten, Artgenossen. Damit wird dann der Grundstein für die Erziehungsprobleme gelegt.


Wenn also unser Welpe Kontakt mit Artgenossen haben soll, dann kontrollieren und führen wir diese Begegnung. Folgende Punkte solltest du dabei beachten:


  • Ich kenne den Artgenossen, mit dem ich meinen Welpen in Kontakt bringen will.

  • Ich weiss, wie er sich verhält und weiss, dass sein Besitzer seinen Hund im Griff hat und ihn jederzeit abrufen kann.

  • Ich unterbreche die soziale Interaktion sofort, wenn ein Hund gemobbt wird oder mobbt.

  • Ich biete meinem Welpen Schutz, wenn er diesen bei mir sucht. Sprich, ich schicke den anderen Hund weg, sollte er meinen Welpen bei mir weiter bedrängen wollen.

  • Ich lasse meinen Welpen nur mit anderen spielen, wenn eine fachverständige Person, sprich ein versierter Hundetrainer, dabei ist.


Grundsätzlich sollten wir immer eines vor Augen halten: WIR sind der wichtigste Sozialpartner für unseren Welpen und für unseren Hund. Er soll in erster Linie mit uns spielen, kommunizieren und interagieren. Bin ich ein wertvoller Sozialpartner für meinen Hund, wird er sich auch später lieber mit mir als mit Artgenossen beschäftigen.




 

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